Vor einem Besuch bei den Katzen möchten wir Sie und euch darüber informieren, dass wir einige akute Fälle von Hautpilz (Microsporum canis) bei Tierheim-Katzen verzeichnen. Diese Katzen sind natürlich isoliert vom Rest der Katzen und befinden sich in Behandlung.
Was bedeutet das?
Hautpilzsporen können in der Umgebung (besonders Polstern/Oberflächen, die sich nicht gut reinigen lassen) über längere Zeit bestehen und werden über den Luftweg sowie an Haut, Kleidung, Haaren,… weitergetragen. Es kann dadurch zu einer Verbreitung der Sporen kommen, die erst nach längerer Zeit offensichtlich wird (ähnlich wie bei Fußpilz in einem Umkleideraum). Da es sich bei Hautpilz um eine Zoonose handelt, ist er sowohl für Tiere als auch für uns Menschen ansteckend.
Durch ihr dichtes Fell haben Katzen ein erhöhtes Risiko, Pilzsporen zu verbreiten/weiterzutragen und durch das Putzen im Fell zu verteilen bzw. aufzunehmen und zu erkranken, daher wird Hautpilz bei Tierheimen und Tierschutzvereinen durch Hofkatzen, Streunerkatzen, Katzen aus Animal-Hoarding-Situationen, usw. immer wieder zum Thema, kann aber auch bei „normalen Freigängern“ immer mal auftreten.
Lebewesen mit angegriffenem Immunsystem sind besonders gefährdet. Bei Schwangerschaft, kleinen Kindern, Menschen mit Immunerkrankungen oder durch z.B. Chemotherapie herabgesetztem Immunsystem ist dementsprechend auch besondere Vorsicht geboten.
Was tun bei einer Erkrankung?
Wenn Symptome (kahle, klar abgegrenzte Hautstellen, leicht schuppig/rötlich, meist ohne besonderen Juckreiz) auffällig werden, können diese mit Salbe oder Emulsion äußerlich behandelt werden. Zusätzlich kann u.U. auch eine innerliche Behandlung nötig sein, die durch Tabletten oder eine flüssige Lösung mit starker Medikation erfolgt.
Außerdem werden Shampoos angewendet und die Umgebung idealerweise mit Chlorreiniger, Ozon-Geräten und Luftfiltern gereinigt.
Was unternehmen wir dagegen?
In unserem Tierheim werden kategorisch alle Katzen ab einem Alter von 12 Wochen frühstmöglich gegen den Erreger Microsporum Canis geimpft. Die Impfung bietet sowohl einen prophylaktischen Schutz als auch eine akute therapeutische Wirkung gegen eine Infektion. Wir setzen regelmäßig Ozon-Geräte ein, die Gehege/Räume werden im Turnus mit Chlorreiniger gesäubert und die Katzen werden natürlich eingehend tierärztlich untersucht. Betroffene Tiere werden vom Rest der Gruppe isoliert, behandelt und ihre Räume werden durch uns nur mit Schutzkleidung betreten.
Was für Erfahrungen haben wir selbst mit Hautpilzgeschehen gemacht?
In den vergangenen Jahren haben wir bei einem Ausbruch in der Regel ein sehr begrenztes Geschehen beobachtet. Betroffen waren meist Katzen mit Vorerkrankung (z.B. Immunschwäche), sehr junge Katzen oder Katzen ohne entsprechenden Impfschutz. Aus dem restlichen Bestand erkrankten sehr wenige Tiere, die Symptomatik beschränkte sich meist auf geringe Symptome, die sehr schnell abheilten – die Impfungen dämmen die Ansteckung und den Verlauf sehr deutlich ein.
Wir können eine Erkrankung mit Hautpilz leider generell nie zu 100% ausschließen, dennoch möchten wir angesichts der aktuellen Symptomatik sehr transparent mit diesem Thema umgehen. Eine Vermittlung kann grundsätzlich trotzdem stattfinden. Die Katzen werden von uns ohnehin täglich genau untersucht, bei Auszug werden sie zusätzlich mit Imaverol, einem Mittel, welches Sporen im Fell abtötet, eingerieben.
Natürlich stehen wir gerne für Fragen zur Verfügung!
(Stand: 20.05.2026)
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